Leben mit zwei Fellnasen,  Mehrhundehaltung,  Mitten aus dem Leben

Von einer zu zwei Fellnasen – Wie ist das eigentlich so?

Dass ein zweiter Hund das bisherige Zusammenleben verändern wird, das hört man nahezu überall. Aber ist das wirklich so extrem? Bedeuten zwei Hunde wirklich auch doppelt so viel Arbeit und doppelt so viele Kosten?

Heute berichten wir vor genau diesem Hintergrund mal von unseren persönlichen Erfahrungen!

Veränderungen

Ganz ehrlich? So abgedroschen es auch klingen mag – bei uns hat sich tatsächlich gar nicht mal so viel geändert! Und die Umstellung von eine auf zwei Fellnasen war gar nicht so groß wie zunächst von uns gedacht und angenommen!

Natürlich gab es trotz allem die ein oder anderen Dinge, die sich ein wenig verändert haben, keine Frage – gerade die Anfangszeit war ganz anders und irgendwie auch besonders im Vergleich zu der Anfangszeit mit zunächst einem bzw. dem ersten Hund.

Aber lest selbst:

Unsere kleine Sky mit knapp drei Monaten

Die Anfangszeit

Anfangs braucht ein kleiner Welpe natürlich sehr viel Aufmerksamkeit und Zeit. Man übt und trainiert im Prinzip alles von vorne, was natürliches so einiges an Zeit in Anspruch nimmt und manchmal vielleicht auch etwas an den Nerven zerrt. Dennoch: Das ist bei jedem Welpen so, ganz egal, ob erster oder zweiter Hund!

Vom Alleine bleiben über die Stubenreinheit und dem Grundgehorsam bis hin zu dem Gewöhnen an neue Situationen, Geräusche, Tiere und Menschen – alles lernt ein zweiter Hund, gerade ein kleiner Welpe, von Neuem.

Natürlich kann der erste Hund in einigen Punkten eine Unterstützung oder eine Art Vorbild für den zweiten Vierbeiner sein – allerdings ist es genauso wichtig, dass die zweite Fellnase all diese Erfahrungen auch alleine macht und sich in neuen und ungewohnten Situationen an den Menschen und eben nicht am ersten Hund orientiert!

So kam es, dass wir gerade in den ersten Wochen und Monaten unglaublich viel Zeit und viele, viele Trainingseinheiten mit Sky, unserer zweiten Fellnase, verbracht und ihr die Welt sozusagen von Grund auf „erklärt“ und gezeigt haben. Die Kunst war es vor allem, während dieser Zeit Blue, unsere erste Fellnase, nicht zu vernachlässigen. Auch sie brauchte ganz genauso die Zeit alleine mit uns!

Und nach der Anfangszeit?

Im Anschluss an diese erste Zeit hat sich bei uns – da sind wir ehrlich – nahezu alles zum Positiven verändert:

Anstatt einer haben wir nun zwei zuckersüße Fellnasen bei uns, die ständig mit uns und vor allem auch miteinander kuscheln möchten, die sich freuen, wenn wir weg waren und zurück nach Hause kommen, die gemeinsam richtig gut alleine bleiben können, die viel miteinander spielen, die sich stark aneinander orientieren, die sehr aufeinander achten und einfach uns und auch einander richtig gut tun und rundum glücklich machen!

Es macht so viel Spaß, den beiden zuzusehen, wie sie sich miteinander beschäftigen, wie sie miteinander agieren und kommunizieren – und das alles auf eine Art und Weise, wie wir Menschen (lasst uns da ganz ehrlich sein) sie ihnen niemals bieten könnten.

Wir dürfen nun zwei Vierbeiner zu unserer kleinen Familie zählen, die sich in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich sind – vielleicht auch, weil sie Halbschwestern sind -, aber sich in einigen Punkten auch etwas unterscheiden, und im Alltag bei uns wirklich gut „mitlaufen“.

Bei den beiden ist es die große Liebe!

Die Sache mit den Finanzen

Was man sich definitiv bewusst machen muss, wenn man sich einen zweiten Vierbeiner ins Haus holt, ist, dass die Hundehaltung zweifelsohne teurer wird.

Angefangen bei den täglichen Bedarfen wie Futter und Kauartikeln über Halsbänder und Leinen, wenn die Hunde verschiedene Größen und Maße haben, sowie Hundebetten und Spielzeugen, da diese unter Umständen mehr genutzt werden und dadurch schneller verschleißen, bis hin zu der Hundesteuer, der Haftpflichtversicherung und den Tierarztkosten, wirkt sich der finanzielle Aspekt auf so einige Bereiche aus.

An den Kosten lässt sich auch nicht so recht rütteln, um sie in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Zwei Hunde kosten nun einmal einfach mehr. Und das wiederum ist für viele – so auch für uns – die wohl größte Veränderung seit dem Einzug einer zweiten Fellnase. Dennoch: Wenn man sich vorher ausreichend Gedanken darüber gemacht hat und sich über das Ganze bewusst war, tut es der Freude, die der Einzug eines zweiten Vierbeiner mit sich bringt, keinen Abbruch!

Zwei Hunde – Doppelt so viel Arbeit? 

Tja, das dürfte wohl das größte Klischee sein, sobald ein zweiter Hund einzieht. Wir können dem jedoch nicht so ganz zustimmen. Denn auch nach dem Einzug von Sky bekommen bei uns beide Hunde das, was zuvor Blue alleine bekommen hat:

Gaaanz, ganz viele Kuscheleinheiten, auch mal Zeit alleine, einiges an geistiger und körperlicher Auslastung und eben auch so viel Aufmerksamkeit und Verständnis, wie sie jeweils benötigen. Wenn man zu zweit ist und beide Zweibeiner Zeit für die Hunde aufbringen, ist das – zumindest bei uns – vollkommen unproblematisch.

Natürlich benötigt man, wie oben schon erläutert, mit zwei Fellnasen in der Anfangszeit deutlich mehr Zeit als mit nur einer Fellnase, was vor allem an dem „neuen“ Hund, meist eben dem Welpen, liegt. Und natürlich investiert man auch auf Dauer mehr Zeit in die zwei (oder mehr) Fellnasen. So kommt es, dass wir auch jetzt noch oft getrennt oder nacheinander mit den Fellnasen spazieren gehen – schließlich sollen sie sich nicht zu sehr daran gewöhnen, dass der andere Vierbeiner immer mit dabei ist. Das gilt sowohl fürs Alleine bleiben als auch für die Spaziergänge draußen. Auch wenn man nicht daran denken mag – es kann leider immer etwas passieren (z.B. eine Operation oder ähnliches), was dazu führen kann, dass eine der Fellnasen kurzfristig alleine ist. Abgesehen davon gilt es auch die „qualitytime“ ganz alleine mit dem oder den Menschen nicht zu vergessen!

Aber: Ganz, ganz viel unternimmt man auch mit den Fellnasen gemeinsam! Restaurantbesuche sind auch mit zwei ruhigen Hunden hier bei uns in der Gegend unbedenklich möglich. Spaziergänge, Treffen mit Hundefreunden, Ausflüge usw. ebenfalls. Da investiert man also nicht allzu viel zusätzliche Zeit! Allerdings, da sind wir ehrlich, ist dies natürlich nicht unbedingt bei allen Fellnasen, die in einem Rudel leben, so hervorragend möglich. Nicht immer hat jeder Vierbeiner genau die gleichen Vorlieben und Interessen wie der andere, sodass sich all die Unternehmungen nicht zwingend mit beiden Hunden vereinen lassen.

Auch hier gilt es, die Vorlieben der einzelnen Vierbeiner herauszufinden und sie an oberste Stelle zu setzen – nur so kann man auch beiden Hunden wirklich gerecht werden. Und nur so sind sie, genauso wie wir Menschen, in einem Rudel auch wirklich glücklich!

Blue und Sky – Ein Herz und eine Seele!

Und Blue? Hat die sich denn gar nicht verändert?

Doch, doch – tatsächlich müssen wir sagen, dass Blue sich schon verändert hat. Allerdings größtenteils zum Positiven:

Sie ist noch ausgeglichener und – sofern man es so nennen kann – „zufriedener“ als sonst. Sie kommt viel schneller zur Ruhe (wir sind davon überzeugt, dass sie es sich in einigen Bereichen von Sky abgeguckt bzw. von ihr geleert hat), sie ist bei Hundebegegnungen, wenn Sky voran geht, oft um einiges entspannter und sie genießt einfach die „Zweisamkeit“ zwischen ihr und Sky. Wie oben schon erwähnt – viel lernt die zweite Fellnase ja von der ersten Fellnase. Bei uns war es in dem ein oder anderen Bereich aber tatsächlich auch umgekehrt!

Allerdings müssen wir auch sagen, dass Blue zu Anfang sehr auf Sky geachtet hat und sie vor allem und jedem beschützen wollte – es hat wirklich zwei, drei Wochen lang so einige Begegnungen mit Menschen und Hunden gebraucht, bis Blue gelernt hat, dass wir die Situation im Griff haben und regeln und sie sich selbst zurücknehmen kann. Jedoch ist uns auch das gut gelungen und Blue verlässt sich nun sehr auf uns.

Was jedoch wohl mit Abstand am schönsten zu sehen ist, ist die Interaktion zwischen den beiden, die Blue zuvor noch bei keinem anderen Hund in dieser Art und Weise gezeigt hat:

Blue war nämlich bislang keinen einzigen Tag, noch nicht einmal eine Minute oder Sekunde, genervt davon, dass ein zweiter Hund bei uns eingezogen ist. Im Gegenteil! Man merkt wirklich, wie Sky ihr Ein und Alles ist und wie sehr sich die beiden lieben. Hier werden sich gegenseitig die Ohren gesäubert, die Schnuten nach dem Fressen abgeschleckt, sanft und liebevoll Hals, Beinchen und Öhrchen angeknabbert, die Äuglein vorsichtig geputzt, Kausachen geteilt, ganz viel gekuschelt, neue Kuscheltiere oder Spielsachen direkt gemeinsam begutachtet und getestet und und und.

Möglicherweise ist diese große Liebe nicht bei allen Hunden der Fall. Bei uns war sie es jedoch definitiv!

Unser Fazit

Zusammenfassend betrachtet können wir nur sagen:

Viel hat sich bei uns nicht verändert. Sicherlich „investieren“ wir etwas mehr Zeit in unser kleines Rudel als zuvor, jedoch bedeuten zwei Hunde für uns nicht doppelt so viel Arbeit, sondern vielmehr doppelt so viel Liebe und Spaß!!

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